Auf einem Pferd sitzend zieht er jedes Jahr in Soldatenkleidung und Mantel einem Zug von Kindern und Eltern mit bunten Laternen voran: Der Heilige Martin. Gedacht wird damit dem Todestag des Bischofs Martin von Tours, der in jungen Jahren als Soldat einem armen Mann die Hälfte seiner Chlamis (ein weißer Überwurf) gab, um ihn vor dem Erfrieren zu bewahren. Ein Akt der Güte, des Großmutes und der Menschlichkeit. Gilt das auch für unsere Zeit, für dieses Jahr 2016?

 

martin1

 

Erst Jahre später wurde aus dem Soldaten Martinus der Mönch Martin. Ein bescheidener Mann, der seinen hohen Status als Soldat ablegte, um sich im christlichen Glauben der Nächstenliebe und dem Kampf gegen Armut und Hunger zu widmen. Statt in der Stadt Tours wohnte er in den Holzhütten vor dem Tor der Stadt bei den Armen und sorgte sich um ihr Wohl. Als man ihm dann das Amt des Bischofs antrug, versteckte er sich. Er war der Meinung, dass ihm ein solches Amt nicht zustehen könne. Sein Versteck in einem Gänsestall war nicht besonders klug gewählt, denn die Gänse verrieten ihn durch lautes Geschnatter. So wurde er zum Bischof Martin von Tours. Und der Gänsebraten zum Martinstag erinnert an die schwatzhaften Gänse.

Nicht nur sein großes Herz, das sich im Teilen des Mantels und in den vielen Taten für die Ärmsten und Hungernden zeigte, sondern auch seine politischen und kirchengeschichtlichen Taten haben sich über die Jahrhunderte erhalten. So ist er u.a. auch Vorreiter für den Aufbau der Pfarreien aller christlichen Kirchen. Am 8. November 397 starb Martin von Tours und wurde am 11. November in einer großen von hoher Bevölkerungzahl begleiteten Lichterprozession von seinem Todesort Candes nach Tours in sein Grab überführt. Dieser Lichterprozession sind die Laternenzüge von heute nachempfunden.

 

martin-2

 

Die Bilder dieses Beitrages habe ich am 11.11.2016 beim Martinszug in Duisburg-Marxloh geschossen. Ein schöner Zug mit vielen Kindern und ihren Eltern, mit bunten Laternen verschiedenster Bauart, mit Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und strahlenden Augen bei Kindern und Erwachsenen, die sich am Feuer erfreuten und an der Geschichte des Martin von Tours. Und im Anschluss gab es für jedes Kind noch den üblichen Weckmann, den sie begeistert entgegen nahmen. Wer wollte konnte sich einen Kaffee oder Kakao gönnen und alle freuten sich über das gelungene Fest.

Als ich die Bilder machte, stand ich ein wenig am Rande der Menschenmenge in der Dunkelheit. Und ich musste bei diesem friedlichen Bild der vielen so verschiedenen Menschen, die sich zusammengefunden hatten einem Helden der Menschlichkeit zu gedenken, auch an die Bilder denken, die sich immer noch vor deutschen Flüchtlingsunterkünften abspielen und an den europäischen Aussengrenzen. Ich musste daran denken mit welchen Attributen zugewanderte Roma bedacht wurden und werden, die sich nicht mehr oder weniger als ein besseres Leben für sich und ihre Kinder erhoff(t)en.

Ist Menschlichkeit wirklich nur in der Erinnerung und im Gedenken zu finden und nicht mehr im Alltag und im Umgang mit notleidenden oder hilfesuchenden Menschen? Kann der entgegengenommene Weckmann meines Kindes der Massstab für den alltäglichen Hunger eines fremden Kindes sein? Ist Menschlichkeit mit dem Verteilen der Weckmänner am Martinstag abgeschlossen und wir gehen wieder in den Alltag über? Die Fragen und Gedanken beschäftigten mich und begleiteten mich nach hause.

Als ich wieder zuhause angekommen bin, fiel mir ein Artikel ins Auge: Martinszüge müssen Demo von Pegida weichen. Um die „christlichen Werte“ unseres Landes zu erhalten, wird in Fürth die Pegida-Demo durchgeführt und dafür fallen die Martinszüge aus. Ich bin fassungslos. Und ich habe damit leider eine eindrückliche Antwort auf meine Fragen erhalten.

Und doch:

Wenn auch die ganze Welt voller Ekel, Angst oder Verachtung auf das so fürchterlich böse Marxloh schaut, wenn die Stänkerer und Meckerer ihr loses Mundwerk nicht halten können, wenn die Politik von der NOGO-Area Marxloh schwadroniert und sich nichts einfallen lässt den Menschen hier tatsächlich zu helfen  –

die Bilder dieses Artikels und damit die Teilnehmer dieses Martinszuges, zeigen deutlich und nachdrücklich, dass hier in Marxloh Menschlichkeit nationenübergreifend vorhanden ist und gemeinsam praktiziert wird.

Und das lassen wir uns von Niemandem nehmen!

In diesem Sinne wünsche ich jedem Leser als einen Gruß aus Duisburg-Marxloh einen

Weckmann für die Menschlichkeit.

Gefeiert werden soll der Tag der deutschen Einheit. Der Tag an dem Ost- und Westdeutschland wieder zusammengewachsen sind, an dem offiziell die Belagerung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg sein Ende gefunden hat. Viele Menschen haben auf diese Einigung hingearbeitet. Viele haben in der ehemaligen DDR auf die Freiheit gewartet und dafür gekämpft. Und plötzlich ist alles nur noch Chaos.

Kaum ein Ereignis zeigt deutlicher wie geteilt, wie zerrissen dieses Land ist. Deutschland ist gespalten wie kaum jemals zuvor. Risse zwischen Ost und West. Spaltung zwischen arm und reich. Unverständnis zwischen Christentum und Islam. Ablehnung zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. Zwietracht zwischen Migranten und Deutschen. Uneinigkeit zwischen Europäern und Nationalisten. Und alles mit verbaler und körperlicher Gewalt untermauert.

Ich kann diese Eskalation nicht verstehen. Ich kann sie nicht nachvollziehen. Ich kann keine Ursache finden, die diese Gewalt so plötzlich möglich gemacht haben soll. Und ich will es auch gar nicht.

Viele Jahrzehnte habe ich mit meinen in- und ausländischen Freunden friedlich zusammen gelebt. Wir sind gemeinsam zur Schule gegangen, haben gemeinsam gefeiert und gelacht. Viele verschiedenen Religionen und Weltanschauungen konnten in diesen Jahren friedlich miteinander klar kommen. Wir haben diskutiert und unsere unterschiedlichen Meinungen ausgetauscht. Wir haben voneinander gelernt und einander verstanden – oder zumindest akzeptiert.

Eine andere Meinung war nicht gleich eine feindliche Meinung. Und eine verbale Auseinandersetzung wurde kein Akt der Gewalt. Es war immer eine Bereitschaft zum Kompromiss möglich. Und wo Kompromiss nicht möglich war, behielt einfach jeder seine Meinung und sie existierten gleichberechtigt nebeneinander, bis es neue Gesichtspunkte gab und wieder diskutiert wurde. Miteinander war das entscheidende Lebensgefühl, das in vielen Situationen auch zu einem Füreinander wurde.

Heute ist jeder mit einer anderen Meinung gleich ein Feind. Es wird nicht einmal mehr zugehört und über die Meinung diskutiert. Es wird gleich abgeschaltet und wenn möglich gibts eins aufs Maul. Wer solch eine Meinung hat, dem gehört die Meinungsfreiheit gestrichen, und das am besten gleich und mit der Faust oder einem Knüppel. Meinungsfreiheit ja, aber bitte nicht mit solche Meinungen. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns und gehört vernichtet.

Wie kann ich in einer solchen Atmosphäre lernen? Wie kann ich diskutieren und mein Leben bereichern, wenn jedes Wort möglicherweise Gewalt auslöst? Wohin soll das führen? Es wird ins Chaos führen. Denn wo niemand mehr bereit ist miteinander zu reden, sind keine Kompromisse mehr möglich und die Gemeinschaft fällt ins Chaos, in die Aufhebung von Regeln und Gesetze.

Und es ist wichtig, dass wir uns das bewußt machen. Mangelnde Bereitschaft miteinander zu reden, fehlende Kompromissbereitschaft und fehlende Bereitschaft zu lernen, führen unweigerlich zu Gewalt und Krieg. Angst vor dem Terror? Er ist längst da. Mitten unter uns. Und er kommt nicht von muslimischen Attentätern. Er kommt von uneinsichtigen  „Wutbürgern“ und „Antifaschisten“ und sonstigen Gruppierungen, die die Fähigkeit zu Reden und Diskutieren verloren haben. Das Chaos, die Zerrissenheit im eigenen Land, ist der wahre Grundstein zum Terror.

 

 

 

Folgende Pressemitteilung 20160911 der KünstlerInneninitiative www.unruhestiften.de  veröffentliche ich hiermit gern und hoffe auf weitere Verteilung.  (hpweyer)

Wortlaut der Pressemitteilung: 

Die Zeit ist reif, sie wollen eine Zäsur: Der rechte Flügel der Union
(an vorderster Stelle die Bayerische CSU mit Innenminister Herrmann)
versucht in den letzten Wochen massiv, Weichen zu stellen für einen
weiteren Umbau Deutschlands zum Polizei- und Überwachungsstaat.

Unsere Sicherheit wird aber nicht bedroht von den Flüchtlingen, sondern
von einer Politik, die auf Gewalt, Kriege und Spaltung der Gesellschaft
setzt und den Abbau von Sozialstaat und Demokratie massiv betreibt!

Es geht – ausgehend von einer Berliner Erklärung der Innenminister von
CDU/CSU im August 2016- um Angriffe auf den Datenschutz,
Vorratsdatenspeicherung für E-Mail und soziale Netzwerke, qualitativen
und quantitativen Ausbau des Polizeiapparates, mehr Befugnisse für
Geheimdienste, elektronische Fußfesseln für nicht verurteilte Personen,
Videoüberwachung und Militarisierung der Polizei. – Es geht (nach
Ausrufung des Staats-Notstandes) künftig auch um Bundeswehreinsätze im
Innern. Die ersten Planspiele und „Manöver“ dazu finden bald statt.
Natürlich sollen auch die Rechte von Flüchtlingen noch weiter
eingeschränkt werden. Aktuell fordert jetzt die CSU: Eine Obergrenze für
Flüchtlinge, Transitzonen an der Grenze, Zurückweisung von Ausländern
ohne Bleiberecht. Außerdem Abschaffung der doppelten
Staatsangehörigkeit, ein Burka-Verbot und ein Einwanderungsgesetz.

Pegida, AFD und andere Rechtsextremisten zündeln am rechten Rand und
besorgen täglich das Geschäft, das Nationalismus und Rassismus fördert.
– Sie sind Erfüllungsgehilfen für die Scharfmacher der Union und andere,
die das Klima jetzt weiter verschärfen wollen.
Mit den aufgezeigten Maßnahmen soll erreicht werden, dass engagiertes,
humanitäres und solidarisches Handeln hunderttausender BürgerInnen für
Flüchtlinge in Frage gestellt wird.

Wir, Künstlerinnen und Künstler, rufen alle demokratischen Kräfte in
Deutschland auf, dieser gefährlichen Tendenz zum Ausbau von
polizeilicher Macht, zur Überwachung von BürgerInnen und zum Angriff auf
demokratische Rechte gemeinsam Einhalt zu gebieten!

Wir brauchen eine ganz andere Sicherheitsdebatte als jene, die uns
aufgezwungen wird.

Sicherheit…
•       bedeutet für uns die Beendigung aller militärischen Handlungen
von Deutschland aus, die Beendigung von Kriegseinsätzen, Kriegen und
Waffenexporten,
•       ist für uns ohne soziale Sicherheit und respektvollen Umgang mit
BürgerInnen, ohne internationale Zusammenarbeit für eine friedliche
Entwicklung in der Welt nicht möglich
•       erfordert die Schaffung von Zuständen, die jede erzwungene
Migration oder Flucht von Menschen vor Krieg, Hunger oder Armut
überflüssig machen.

Über 2100 KünstlerInnen und Kulturschaffende, andere Persönlichkeiten
und Organisationen haben seit Sommer 2009 den bundesweiten Aufruf
www.unruhestiften.de unterzeichnet. Es ist ein Aufruf gegen rechts,
gegen die Abwälzung der Krisenfolgen und für die Umverteilung von oben
nach unten, gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung – und für die
Förderung der kulturellen Vielfalt.

Für die KünstlerInneninitiative www.unruhestiften.de
c/o Werner Lutz
Kontaktmail: einheiztext@t-online.de

Wir haben es schon die ganze Zeit gewusst, die Katastrophe in der EU wird kommen. Und wenn sie kommt, dann kommt sie mit ihrer ganzen Wucht. Jetzt hat sie zugeschlagen! Und sie hat einen Namen: BREXIT. Aber – ist das wirklich eine Katastrophe oder doch eher eine Chance?

Die Briten sind raus aus der EU. Jedenfalls wird das so kommen, weil sie das so wollen. Und damit hat die Katastrophe in der EU ihren Anfang genommen. Jetzt werden andere Länder folgen ,die schon in den Startlöchern gestanden haben, wie die Niederländer oder die Dänen. Die EU löst sich langsam auf. Ein Erfolg für die Kritiker der EU.

Auch die Briten werden leiden. Schottland wird erneut den Versuch starten aus dem Vereinigten Königreich auszutreten. Die Wirtschaft wird überall in eine kräftige Talfahrt geraten. Schon gleich am Morgen nach der Entscheidung zum Brexit haben die Börsen weltweit einen tiefen Einbruch erlebt. Die Unternehmen werden weiter die Sparbremse ziehen und es wird Entlassungen geben. Die Zahl der Arbeitslosen wird sich noch in diesem Jahr wesentlich erhöhen, weil die Gewinne der Wirtschaft sinken werden. Ein wesentlicher Motor der deutschen Wirtschaft, der Export, wird rapide einbrechen.

Die Katastrophe ist in vollem Gange und vieles ist noch gar nicht abzusehen. Sogar Experten halten sich mit Vorhersagen über die bevorstehenden Abgründe zurück. Was sollen wir einfachen Bürger dann denken? Was steht uns bevor? Wie soll es nun weitergehen? Was wird uns in nächster Zeit erwarten? Steigen die Preise? Werden wir noch weniger haben als bisher schon?

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Den ganzen Tag über haben wir die oben genannten Dinge gehört und gelesen. Die Medien haben uns mit Expertenmeinungen überschüttet, die auch keine Lösung kannten; haben uns mit Schreckensmeldungen überhäuft, die auf uns zu kommen könnten; haben uns Szenarien vor Augen geführt, die möglich sind. Schluss damit!!!

All das dient nur dazu die Angst zu schüren, vor dem was kommen könnte. Oder auch nicht.

Haben wir nicht in der Vergangenheit schon genug eingesteckt? Haben wir uns nicht schon viel zu lange in Angst bringen lassen vor dem Morgen? Angst ist eine Waffe, die jeden gefügig macht. Wer Angst hat, der kuscht und tut das was man ihm sagt. Sonst könnte es ja noch schlimmer werden…

Ich stelle mal zur Verdeutlichung eine Verschwörungstheorie auf: 

Der Brexit kommt nicht zufällig und er ist nicht über Nacht gekommen. Er wurde gesteuert, um die bestehenden Machtstrukturen zu erhalten. Seit einigen Monaten hat der „Wahlkampf“ zum Brexit getobt. Er wurde vehement und zum Teil mit sehr harten Bandagen geführt. In dieser ganzen Zeit hat die EU tatenlos zugesehen? Glaubt das wirklich jemand? Ich nicht.

Was passiert denn nun wirklich? Ja, es wird einige Einschnitte in die Wirtschaft geben. Aber die sind gewollt. Ansonsten bleibt alles so ziemlich beim Alten. Die EU hat ein ungeliebtes Mitglied weniger. Die Briten haben jede Menge Sonderrechte gehabt. Etwas, das man den anderen Mitgliedsstaaten nicht zugestehen durfte. Doch die Stimmen wurden immer lauter, gerade von neuen Mitgliedern und kleineren Staaten, die sich auf diesen Sonderstatus der Briten berufen wollten, um auch für sich selbst Sonderregelungen zu finden. Das ist passè.

Und die Briten? Denen wird man die bisherigen Sonderregeln nun als Verträge anbieten. Ähnlich wie mit der Schweiz wird man eine Einbindungsmöglichkeit in den Markt finden, dabei aber die Selbständigkeit der Insulaner berücksichtigen können. Schottland wird, wie vorgesehen, die Abspaltung betreiben und eigenständiges Mitglied der EU werden. Mit den Engländern, als ehemaliges Mutterland,  wird Schottland besondere Verträge abschliessen, die es den Engländern ermöglichen wird, über die Hintertür Schottland weiterhin alle EU-Vorzüge geniessen zu können.

Diese Entwicklung wird nur wenige Jahre dauern. Jahre in denen überall in der EU Menschen wegen wirtschaftlicher Notwendigkeiten von Unternehmen entlassen werden können und man die Schuld auf die Brexit-Befürworter abschieben kann. Gewinnmaximierung der besonderen Art.

Also doch Zeit für Angst und Unsicherheit vor der Zukunft?

Nein. Warum auch? Was bringt es uns vor der Zukunft Angst zu haben? Wir lassen uns in eine Rolle drängen, die uns zu manipulierbaren Individuen macht. Damit muss endlich Schluss sein! Angst wird nichts an der Wirklichkeit verändern. Aber es wird schwieriger damit leben zu können, weil immer das nächste Schreckensszenario im Genick sitzt. Machen wir Schluss damit!

Natürlich ist nicht alles schön, was zur Zeit oder auch in Zukunft auf uns einwirkt. Aber wir müssen damit leben. Und das ist doch schwierig genug. Da müssen wir uns doch nicht noch Angst einreden lassen. Angst macht uns unfähig unser Leben in Freude zu leben. Leben müssen wir es ohnehin.

Ich möchte es in einem Beispiel verdeutlichen:

Wenn ich für die restlichen drei Tage des Monats nur noch einen Euro übrig habe, muss ich gut überlegen was ich mir davon kaufe. Nutze ich den Euro um ein Leben in Freude zu leben oder in Angst? Ich kann mir Gedanken machen ob ich an einem wundervollen Sommertag den Euro für ein Eis ausgebe und damit den herrlichen Tag kröne. Ich kann aber auch überlegen, dass mir dann kein Geld mehr bleibt um das Brot zu kaufen, das vielleicht noch nötig ist. Ich kann mich in die Angst steigern, nichts zu essen zu haben. Also kaufe ich das Brot und bin die nächsten Tage traurig kein Eis bekommen zu haben. Dabei werde ich vor lauter Angst auch den wundervollen Sommertag schnell vergessen. Wenn ich mir das Eis kaufe und es voller Freude geniesse, kann ich in den nächsten Tagen mit der gleichen Freude nach Möglichkeiten suchen irgendwo noch eine Scheibe Brot zu bekommen. Die in meinem Herzen, in meiner Ausstrahlung vorhandene Freude und Erinnerung an den herrlichen Sommertag, wird mir die notwendigen Chancen ermöglichen.

Es liegt allein an unserem Denken, ob wir es in unserem Leben mit Katastrophen zu tun haben oder mit Chancen und Möglichkeiten. Es gibt keine Katastrophen, es gibt keine Probleme – ausser wir machen uns welche. Zu lernen jede Situation als Herausforderung, als Chance, als Möglichkeit zu sehen, sollte unser oberstes Ziel sein. Nur das ermöglicht uns ein angstfreies Leben.

Also ändern wir die Überschrift:

Die Chancen unserer näheren Zukunft haben einen Namen – BREXIT!

 

 

[Irgendwo Dazwischen]

Was geht  es uns an, was der deutsche Grüne Volker Beck privat konsumiert und dabei niemanden einen Schaden zufügt. Jemand, der für die Liberalisierung von Drogen steht, hat oh wunder einmal Drogen konsumiert (oder sogar nur mit sich geführt). Nicht, dass man das abfeiern sollte, aber doch etwas beruhigter sehen, denn alles andere ist Scheinheiligkeit.

Ursprünglichen Post anzeigen 684 weitere Wörter

 

Hannover, München und manches mehr – Absage von Veranstaltungen in Deutschland wegen „konkreter Terrorhinweise“, die am nächsten Tag in „allgemeiner Gefahrenlage“ münden. Ich will mir davon keine Angst machen lassen!

Wieder einmal hat der Terror seine hässliche Fratze gezeigt. In München konnte nur verhalten Silvester gefeiert werden. Und das obwohl gerade die Knallerei in der Silvesternacht die bösen Geister zugunsten des neuen Jahres vertreiben soll.

Stattdessen werden Bahnhöfe geschlossen, die Menschen aufgefordert Manschenansammlungen zu meiden und die Angst vor dem Terror mitgenommen in das neue Jahr. Und am nächsten Tag ist trotz konkreter Terrormeldung, sogar mit Namen des Attentäters, niemand festgenommen. Übrig bleibt wieder nur, wie auch in Hannover und anderen Fällen, eine „allgemeine Gefahrenlage“.

Ich habe von diesen Meldungen die Nase voll und ich lasse mir keine Angst machen! Wenn es „konkrete“ Hinweise gibt ist es Aufgabe der Polizei, die Bevölkerung durch Festnahmen zu schützen und nicht durch Absage kultureller oder anderer Veranstaltungen. Die „allgemeine Gefahrenlage“ ist allgegenwärtig und sie wird kein bischen weniger indem wir uns verunsichern und in Panik versetzen lassen.

Die Reaktion der Polizei auf die vermeindlich „konkreten Hinweise“ zeigt nur eins deutlich: die Panik der Verantwortlichen bei Polizei und Politik vor dem eigenen Versagen. Wenn es tatsächlich konkrete Hinweise gäbe, dann gäbe es auch konkrete Festnahmen. Es mag Hinweise geben. Die Reaktionen zeigen jedoch, dass es viel zu viel Unwissenheit gibt, wie diese Hinweise zu werten sind und wie man die Menschen schützen soll.

Es gibt eine „allgemeine Gefahrenlage“, ganz ohne Frage und sie kann das Leben abrupt beenden. Das ist das Risiko des Lebens, dass es mit dem Tod enden kann. Es besteht eine ständige Gefahr, dass ich aus dem Bett falle und mir das Genick breche. Ich werde mir trotzdem kein Gitter um das Bett machen lassen. Es besteht eine ständige Gefahr, dass ich im Strassenverkehr Opfer eines tödlichen Verkehrsunfalls werde. Ich werde mich trotzdem nicht in meiner Wohnung einschliessen lassen. Es besteht eine ständige Gefahr, dass der Mensch vor, neben oder hinter mir unter seiner Jacke einen Sprengstoffgürtel trägt. Ich werde mir trotzdem nicht Panik einreden lassen, sondern jedem mit fröhlicher und freundlicher  Offenheit begegnen.

Wir können der Gefahr nicht entgehen. Aber wir können uns weigern, sie solange in unser Leben zu lassen, bis sie uns tatsächlich  erreicht. Wir können uns weigern unser Leben der Angst zu opfern, statt es zu geniessen. Ich jedenfalls lasse mich lieber eines Tages mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen in die Luft sprengen, als jetzt schon mein Leben der Panik zu opfern.

Denn nur dann weiß ich das ich gelebt habe! Machst Du mit?